Energie-Lexikon: Buchstabe A
Sie wollten schon immer wissen, was sich hinter Energie-Begriffen wie Ökostrom, Atomausstieg oder Brennwert versteckt? In unserem umfangreichen Energie-Lexikon finden Sie es heraus! Benutzen Sie einfach die Buchstaben, um zu dem gesuchten Begriff zu gelangen.
A
Abnahmestelle
An der Abnahmestelle wird der Strom an den Kunden übergeben. Dieser kann den Strom auf verschiedenen Spannungsebenen übernehmen. Die Art der Weiterleitung, also der Spannungsebene, wird von den technischen Voraussetzungen des jeweiligen Kunden bestimmt.
Abrechnungsbrennwert
Erdgas setzt sich aus brennbaren und nicht brennbaren Bestandteilen zusammen, deren Verhältnis natürlichen Schwankungen unterliegt. Der brennbare Energiegehalt von Erdgas wird als Brennwert bezeichnet. Stromversorger errechnen täglich den Brennwert des Gases und ermitteln daraus einen durchschnittlichen Monatswert.
Abschlag
Durch einen Abschlag wird ein bestimmter monatlicher Betrag gezahlt, der dann mit der Jahresabrechnung gegengerechnet wird. Sollte sich mit der Jahresabrechnung herausstellen, dass weniger bzw. mehr verbraucht als gezahlt wurde, wird die Differenz erstattet bzw. belastet. Hin und wieder ist es sinnvoll, Abschlagszahlungen anzupassen.
Abwärme
Als Abwärme bezeichnet man Energie, die als Nebenprodukt bei der Energiegewinnung entsteht. Um diese nicht ungenutzt „verpuffen“ zu lassen, wird sie beispielsweise genutzt, um Gebäude in der nahen Umgebung zu beheizen.
AGFW
Die Arbeitsgemeinschaft für Wärme und Heizkraftwirtschaft, auch Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KEW e.V., ist ein unabhängiger Zusammenschluss von Unternehmen, die deutsche Heizkraftwerke und Fernwärmenetze betreiben. Der national und international tätige Verband fördert außerdem die Entwicklung und den Ausbau der Nah- und Fernwärme sowie Kälte und KWK-Versorgung (Kraft-Wärme-Kopplung).
Anschlussleistung
Die Anschlussleistung gibt an, wie viel Energie (in Watt) ein Gerät (Waschmaschine, Geschirrspüler etc). benötigt. Die Anschlussleistung steht zusätzlich für den Gesamtstrombedarf, der anfällt, wenn alle Geräte in einem Haushalt eingeschaltet sind.
Arbeit
Im physikalischen Sinne ist Arbeit die in einem Vorgang verbrauchte Wärme- bzw. Energiemenge. Arbeit wird in Joule (J) bzw. Kilowattstunde (kWh) gemessen.
Arbeitspreis
Der Arbeitspreis (oder „Verbrauchspreis“) definiert den individuellen Stromverbrauch in Kilowattstunde (kWh) und wird in Eurocent pro kWh angegeben. Dieser Betrag beinhaltet Energieerzeugung, Vertrieb, Netznutzungsentgelt, Mehrwertsteuer, Konzessionsabgabe und die Ökosteuer.
Atomausstieg
Die Gewinnung von Atomenergie über
Atomkraftwerke (AKW) birgt unbestritten Risiken. Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 und anderen Reaktorunfällen forderten immer
mehr Menschen den Ausstieg aus der Atomkraft.
In einer Vereinbarung vom 11. Juni 2001 beschlossen die Bundesregierung und die deutschen
AKW betreibenden Unternehmen erstmals
einen langfristigen Ausstieg aus der Atomenergie.
Diese Vereinbarung trat am 22. April 2002 in Kraft. Der langfristige Ausstieg bedeutete, dass für jedes
Atomkraftwerk Reststrommengen festgelegt wurden, die noch produziert werden dürften. Die Laufzeit eines jeden
Atomkraftwerkes war somit indirekt begrenzt.
Eine Kehrtwende – der sogenannte „Ausstieg vom Ausstieg“ – wurde seitens der schwarz-gelben Koalition 2010 vollzogen. In einem neuen Energiekonzept
wurden Laufzeitverlängerungen von durchschnittlich 12 Jahren für die 17 deutschen
Atomkraftwerke festgelegt.
Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima (Japan) beschloss die Bundesregierung im Juni 2011 die Abschaltung von acht
Kernkraftwerken und den schrittweisen
Atomausstieg bis zum Jahre 2022. Die im Herbst 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung wurde damit revidiert.
Atomenergie/Atomkraft
Als Atomenergie oder Kernenergie bezeichnet man die bei der Kernspaltung freigesetzte Energie. Zur Kernspaltung in den Kernkraftwerken wird überwiegend Uran als Brennstoff verwendet.
Atomkraftwerk
Ein Atomkraftwerk (AKW) bzw. Kernkraftwerk (KKW) sorgt für die Gewinnung elektrischer Energie aus Kernenergie durch eine kontrollierte Kernspaltung. Größere Atomkraftwerke bestehen aus mehreren Blöcken, die unabhängig voneinander Strom erzeugen können. Momentan sind weltweit 210 Kernkraftwerke am Netz, die etwa 13 % des Strombedarfs decken.
Atommüll
Radioaktive Abfälle werden umgangssprachlich als Atommüll bezeichnet. Er entsteht vor allem bei der Energiegewinnung in Atomkraftwerken. Atommüll ist je nach Ausgangsmaterial und Behandlung unterschiedlich stark radioaktiv. Die Endlagerung ist mit dementsprechenden Risiken verbunden.
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