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Stevia

Stevia ist ein Süßstoff, der durch ein chemisches Verfahren aus der Pflanze Stevia rebaudiana (auch Süßkraut oder Honigkraut genannt) gewonnen wird. Diese Pflanze hat einen süßlichen und an Lakritze erinnernden Geschmack. Trotzdem enthält sie keinen Zucker und soll den Blutzuckerspiegel regulieren. Der aus der Stevia-Pflanze gewonnene Süßstoff ist in der EU als Zusatzstoff E 960 zugelassen. Bei seiner Herstellung wird dem lakritzartigen Geschmack der Pflanze durch verschiedene Verfahren entgegengewirkt.

Woher hat Stevia seine Süße?

Die Blätter der Stevia-Pflanze enthalten süß schmeckende Bestandteile, sogenannte Stevioglykoside. Diese besitzen eine bis zu 300-mal höhere Süßungskraft als herkömmlicher Haushaltszucker.

Wie gesund ist Stevia?

Stevia hat keine Kalorien. Daher wird der Süßstoff vor allem von Personen geschätzt, die auf eine kalorienarme Ernährung achten. Speziell für die Zähne ist Stevia gesünder als Zucker, da Karies nicht gefördert wird. Beachten sollte man allerdings, dass viele Lebensmittel zwar Stevia enthalten, zusätzlich aber auch einen Anteil Zucker. Zudem sollte man nicht zu viel Stevia zu sich nehmen und die empfohlenen Mengen einhalten. Denn wie andere Süßstoffe auch kann Stevia bei übermäßigem Konsum negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Warum war der Süßstoff Stevia so lange verboten?

In der EU war Stevia lange Zeit verboten, weil eine Studie an Ratten ergeben hatte, dass Stevia zu DNA-Veränderungen führen kann. Die Ergebnisse dieser Studie sind heute jedoch umstritten und konnten durch spätere Studien nicht bestätigt werden. Sie werden darauf zurückgeführt, dass unrealistische Überdosen an die Ratten verfüttert wurden. Seit Ende 2011 ist Stevia daher in der EU zugelassen. Die EU-Kommission schreibt dafür Höchstmengen bei der Dosierung vor. Für einige Produktbereiche wie Gebäck ist der Süßstoff weiterhin nicht zugelassen.

Ist Stevia besser als Zucker?

Stevia hat als Süßungsmittel gegenüber Zucker zwei klare Vorteil: Es hat keine Kalorien und verursacht keine Zahnprobleme. Auch Diabetiker können außerdem Lebensmittel zu sich nehmen, die mit Stevia gesüßt wurden. Trotzdem kann man Zucker nicht problemlos in jedem Rezept durch Stevia ersetzen, da man diesen häufig z.B. auch für das Volumen benötigt. Obwohl man mit ihnen Kalorien sparen kann, können Süßstoffe zudem auch zu einer Überernährung führen: Der Zuckerstoffwechsel kann Stevia nicht verarbeiten. Er stellt sich aufgrund des süßen Geschmacks allerdings auf Zucker ein. Dadurch wird der Appetit angeregt. Stevia ist also nicht generell besser als Zucker. Bei bestimmten Lebensmitteln kann es allerdings Sinn machen, Stevia statt Zucker zu verwenden, um z.B. weniger Kalorien zu sich zu nehmen.