Legende
Wie jeden Tag hütet der Ziegenhirte Kalid seine Herde auf den Weiden des jemenitischen
Hochlandes. Plötzlich beginnen einige der Ziegen von Sträuchern mit roten Beeren zu fressen.
Nachdem sie die Beeren gefressen haben, sind die Ziegen viel lebhafter und ausdauernder. Sie
kommen sogar nachts nicht zur Ruhe. Kalid wird neugierig und beschließt, selbst einmal von
den Beeren zu kosten. Auch bei sich stellt er eine angenehm belebende Wirkung fest.
Davon erfährt auch der Abt eines nahe gelegenen Klosters. Er lässt die Beeren der Sträucher
sammeln, um daraus einen Aufguss für seine Ordensbrüder zuzubereiten. Und tatsächlich: Bei
den Mönchen ist der Effekt ähnlich. Sie können nächtelang beten ohne müde zu werden.
Bald wollen sie auf das neue Getränk nicht mehr verzichten und beginnen, Vorräte anzulegen.
Während der Regenzeit hängen sie die Zweige voller Beeren zum Trocknen über ein offenes
Feuer. Als ein Zweig unbemerkt ins Feuer fällt, verkohlen die Bohnen und verbreiten einen
aromatischen Duft. Von diesem angelockt, holen die Mönche die aufgeplatzten Bohnen aus der
Glut, zerreiben sie weiter und stellen aus dem Pulver ihren gewohnten Aufguss her. Schnell
bemerken sie, dass der Geschmack dieses Getränks um ein Vielfaches köstlicher ist, während
die belebende Wirkung erhalten bleibt.
Das Geheimnis der Kaffeebohnen ist entdeckt!