Was bedeutet MIPS beim Fahrradhelm? Das Sicherheitssystem erklärt
Fahrradhelme mit MIPS versprechen besseren Schutz, vor allem bei Unfällen mit schrägem Aufprall. Doch was bedeutet MIPS eigentlich und wie funktioniert die Fahrradhelm-Technologie? Wir zeigen, was das System kann und worauf Sie achten sollten.
Inhaltsübersicht
Was bedeutet MIPS beim Fahrradhelm?
Wie funktioniert das MIPS-Sicherheitssystem für Fahrradhelme?
Neue Fahrradhelm-Technologie: Was bringt MIPS wirklich?
Grenzen der MIPS-Technologie
FAQ: Häufig gestellte Fragen rund um MIPS
Dank MIPS-Fahrradhelm sicherer unterwegs
Was bedeutet MIPS beim Fahrradhelm?
MIPS steht für „Multi-Directional Impact Protection System“. Entwickelt wurde es in Schweden von einem interdisziplinären Team aus Neurochirurgen und Ingenieuren. Das Ziel: Den Helmstandard um eine Schutzfunktion zu erweitern, die Rotationskräfte bei Stürzen mit schrägem Aufschlag reduziert – also jene Kräfte, die das Gehirn besonders stark belasten können.
Klassische Fahrradhelme dämpfen meist nur gerade Aufpralle. Doch bei realen Unfällen trifft der Kopf häufig schräg auf, etwa bei Stürzen über den Lenker. Dabei entsteht eine Rotationsbewegung des Gehirns, die zu schweren Verletzungen führen kann. Genau hier setzt MIPS an.
Wie funktioniert das MIPS-Sicherheitssystem für Fahrradhelme?
Das MIPS-System besteht aus einer beweglichen Schicht im Inneren des Helms. Diese Zwischenschicht liegt direkt zwischen der inneren Helmschale und dem Kopf. Bei einem schrägen Aufprall kann sie sich mühelos verschieben (um etwa 10–15 mm).
Diese kleine Bewegung verlangsamt die Rotationsbeschleunigung, die sonst ungefiltert auf das Gehirn wirken würde. Das Prinzip läuft ähnlich ab wie die natürliche Schutzfunktion der Gehirnflüssigkeit, die ebenfalls Bewegungen puffert. So kann MIPS helfen, das Risiko für Gehirnerschütterungen oder schwerere Schädel-Hirn-Traumata zu senken.
Gut zu wissen: Die zusätzliche Schutzschicht erhöht das Helmgewicht nur minimal (meist um 20–45 g).
Neue Fahrradhelm-Technologie: Was bringt MIPS wirklich?
Ein Fahrradhelm mit MIPS ist kein Allheilmittel, aber ein sinnvoller Fortschritt. Studien und Crashtests zeigen: Je nach Helmmodell und Testszenario reduziert MIPS die Rotationskräfte, die auf das Gehirn beim Sturz einwirken, um bis zu 47 % und kann das Risiko für schwere Gehirnverletzungen so deutlich verringern.
Für wen lohnt sich ein MIPS-Fahrradhelm besonders?
Für Kinder, da ihr Nervensystem empfindlicher ist
Für E-Bike-Nutzerinnen und Nutzer, die oft mit höherer Geschwindigkeit unterwegs sind
Für sportlich Aktive, z. B. auf dem Rennrad oder Mountainbike
Unsere Empfehlung: Achten Sie beim Kauf nicht nur auf MIPS, sondern auch auf Zertifizierungen (z. B. EN 1078, bei S-Pedelecs NTA 8776), die Passform und eine bequeme Einstellung.
Warum es generell sinnvoll ist, einen Fahrradhelm zu tragen, erklären wir in unserem Ratgeber zum Thema.
Grenzen der MIPS-Technologie
Natürlich gilt: Auch MIPS ist kein Wundermittel, sondern eine zusätzliche Sicherheitsebene. Der Effekt kann von Helm zu Helm variieren. Wichtig bleibt daher, dass Sie …
... Ihren Helm immer korrekt und passend zur Kopfgröße tragen.
... den Helm nach einem Sturz ersetzen.
... verschiedene Modelle vergleichen, denn auch andere Systeme wie WaveCel oder Spherical arbeiten mit ähnlichen Ansätzen.
FAQ: Häufig gestellte Fragen rund um MIPS
Was ist MIPS beim Fahrradhelm?
MIPS ist eine im Helm integrierte bewegliche Schicht, die Rotationskräfte bei Stürzen mit schrägem Aufprall reduziert und so das Gehirn schützt.
Was unterscheidet einen MIPS-Fahrradhelm von klassischen Helmen?
Normale Helme schützen vor allem bei geraden Aufprallen. MIPS ergänzt diesen Schutz durch eine bewegliche Zwischenschicht im Helm, die sich bei einem schrägen Sturz leicht mitbewegt. Dadurch entsteht eine kurze Gleitbewegung zwischen Helm und Kopf, die Rotationskräfte mindert und das Gehirn entlastet.
Wie genau schützt ein Fahrradhelm mit MIPS das Gehirn?
Bei Fahrradhelmen mit MIPS verringert die zusätzliche Schicht Drehbewegungen des Gehirns im Schädel. So sinkt das Risiko schwerer Verletzungen.
Fahrradhelm-Sicherheitssysteme: Ist MIPS das Beste?
MIPS ist eines der bekanntesten Systeme, es gibt aber auch andere Technologien. Am Ende entscheidet die Passform und Ihr individuelles Sicherheitsbedürfnis.
Kann ich MIPS nachrüsten?
Nein. Das System ist fest in den Helm integriert und kann nicht nachträglich eingebaut werden.
Dank MIPS-Fahrradhelm sicherer unterwegs
Ein MIPS-Fahrradhelm bietet eine clevere Ergänzung zum klassischen Helmschutz. Durch die zusätzliche Gleitschicht kann er Rotationsbewegungen bei schrägen Stürzen besser abfangen – und so das Gehirn entlasten. Tipp: Bei Tchibo finden Sie immer wieder viele Inspirationen rund ums Fahrrad. Schauen Sie am besten gleich vorbei!